GedichteGedichte

Wiegenlied im Freien - Des Knaben Wunderhorn
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein! - Friedrich Wilhelm Gotter
Abends wenn ich schlafen geh - Des Knaben Wunderhorn
Cradle Song - Alfred Lord Tennyson
Ammen-Uhr - Achim von Arnim
Auf ein schlummerndes Kind - Christian Friedrich Hebbel
Wiegenlied für meinen Jungen - Richard Dehmel
Schlummerlied - Joachim Ringelnatz
Das Kind - Sophie Mereau
Motetto, als der erste Zahn da war - Matthias Claudius
Der erste Zahn - Friedrich Wilhelm Güll
Kind und Traum - Hugo Ball
Kinderlieder - Achim von Arnim
Kinderlied - Max Dauthendey
Lazarus - Richard Dehmel
Das Bad am Samstagabend - Wilhelm Busch
Unter Wasser Bläschen machen - Joachim Ringelnatz
Der Puppenhimmel - Detlev von Liliencron
Aus meiner Kinderzeit - Joachim Ringelnatz
Kind, spiele! - Joachim Ringelnatz
Die ganze Welt - Richard Dehmel
Der Ball - Rainer Maria Rilke
Die Schaukel - Richard Dehmel
Kindergebetchen - Joachim Ringelnatz
Kindersand - Joachim Ringelnatz
Vitzlibutzli - Richard Dehmel
Das richtige Pferd - Paula und Richard Dehmel
Das große Karussell - Richard Dehmel
Der Knabe - Sophie Mereau
Ei der Tausend - Des Knaben Wunderhorn
Die Heinzelmännchen von Köln - August Kopisch
Vatergruß - Richard Dehmel
Großmütterchen - Karl Friedrich May
Die Vogelhochzeit - Volkslied

Zur Erinnerung — für die "Großen", die Lehrer / innen und Eltern:

 

Mein Kind wir waren Kinder

Mein Kind wir waren Kinder,
Zwei Kinder klein und froh;
Wir krochen ins Hühnerhäuschen
Und steckten uns unter das Stroh.

Wir krähten wie die Hähne,
Und kamen Leute vorbei —
Kikereküh! — Sie glaubten,
Es wäre Hahnengeschrei.

Die Kisten auf unserem Hofe
Die tapezierten wir aus,
Und wohnten drin beisammen,
Und machten ein vornehmes Haus.

Des Nachbars alte Katze
Kam öfters zu Besuch;
Wir machten ihr Bückling` und Knixe
Und Komplimente genug.

Wir haben nach ihrem Befinden
Besorglich und freundlich gefragt;
Wir haben seitdem dasselbe
Mancher alten Katze gesagt.

Wir saßen auch oft und sprachen
Vernünftig wie alte Leut`
Und klagten wie alles besser
Gewesen zu unserer Zeit;

Wie Lieb` und Treu` und Glauben
Verschwunden aus der Welt
Und wie so teuer der Kaffee,
Und wie so rar das Geld!

Vorbei sind die Kinderspiele
Und alles rollt vorbei,
Das Geld und die Welt und die Zeiten,
Und Glauben und Lieb und Treu.

Heinrich Heine, 1797-1856


„Von dem unermeßlichen Wortschwall der Schule werden die jugendlichen Seelen wie von einem Aschenregen überfallen und verschüttet. Der Wille in den jungen Leuten wird verwirrt, und wenn sie endlich mit der Schule fertig sind, so wissen sie nicht mehr, was sie gewollt haben.
Ratlos stehen dann die meisten vor dem Leben, auf das man sie nicht vorbereitet hat; entfremdet aller Wirklichkeit ergreifen sie einen jener zufälligen Berufe, die nicht Persönlichkeiten, sondern Maschinen verlangen, um erfüllt zu werden.
Sie haben für das Examen gelernt und wenn dieses vorüber ist, hat die »Bildung« ihren Zweck er-füllt, sie dürfen anfangen - zu vergessen, und diese Tätigkeit füllt nun ihr weiteres Leben aus.
Wo aber Einer ist, in dem noch ein Stück Kindheit und Reich-tum, ein Stück Persönlichkeit lebt, das nicht hat unterdrückt werden können, da beginnt ein schwerer und banger Rückweg durch das öde Land der Schule und der Erziehung zu einem neuen Anfang, zum Anfang eines neuen eigenen Lebens, das man spät und traurig beginnt.
Hier könnte man von mißbrauchter Menschenkraft sprechen, und es ist die Kraft der Besten vielleicht, die für solche schmerzhaften Rückwege ausgegeben wird.“

Rainer Maria Rilke

Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann (extern)
Slovenly Peter - englische Übersetzung von Mark Twain (extern)

 

 

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