Erinnerung
Die wege, die du einmal gingst,
gehe nicht zurück.
Aber schaue dich
immer wieder um,
Und frage dich,
wie weit du gegangen bist,
Von wo du kamst,
und wohin du noch gehen willst.
Und frage dich,
was du zu tun hattest
Mit dieser zeit
und mit dieser vergangenheit,
Und was du noch
zu tun haben wirst mit ihr in zukunft,
Und ob diese zeit
noch reicht fürs weitergehen,
So, wie du gingst in der zeit,
wie sie dich gehen liesz,
Und wie du es anstellst
beim gehen nach vorn,
Und beim sehen nach hinten
weiterzugehen ohne zu fallen.
Ich komme aus dunklen zeiten
und gehe in dunklere hinein.
Ich hatte vergessen sollen
und lasse das erinnern nicht sein.
Ich bin ein gebranntes kind
und scheue das feuer nicht,
Denn das feuer ist licht
und leuchtet aus meinem schmerz,
Der ist die fackel des vergessenen,
die trage ich durch den wind.
In meinen wunden füszen
haben die wege sich eingebrannt,
Aus meinem blutenden herzen
flieszen in strömen
Versagungen, abschiede, sehnsucht,
trauer und tränen und wehmut.
Doch ich erinnere mich
auch an die liebe,
Und an die, die sie trugen
durch jede verzweiflung.
So sah ich sie unentwegt leuchten
trotz allem verrat.
aus: ´Aber ich schreibe Gedichte` - projekte-verlag - ISBN 978-3-86634-533-1
© Suitbert Hoffmann